Hier geben wir Berichte von unserem Gründungsmitglied Bernhard Barthel, der nun buddhistischer Mönch in Thailand ist, zunächst "Dhammasara" hieß und sich heute "Bhikkhu Tirayano" nennt, wieder. Den neuesten Bericht findet Ihr jeweils unten:




Bericht vom 6. November 2009:


Wie ist es dazu gekommen, dass ich Mönch wurde ?



Es ist eine lange Geschichte. Vor 17 Jahren hegte ich den Gedanken, besser gesagt den Wunsch, Schamanen, Mönche oder andere spirituelle Menschen kennenzulernen. Ich wünschte mir einen Ort zu schaffen, an dem ich und andere spirituell interessierte Menschen sich austauschen und miteinander praktizieren können. Wie ihr nun sehen könnt: Wünsche gehen in Erfüllung. Wenn man etwas dafür tut !

1999 kam ich nach Köln, um dort in einer Milionenstadt Menschen zu finden, die wie ich spirituell ausgerichtet sind. Also schaute ich mich um ! 2001 hatte ich das Glück einige Menschen gefunden zu haben, die wie ich dem Buddhismus als ihren Weg, um zu sich selber zu finden, gewählt haben. 2003 gründete ich eine buddhistische Gemeinschaft, eine Sangha. Ich gab ihr den Namen "Kompass Sangha". Diesen Name wählte ich, weil es mir ein Anliegen war, dass Menschen, die zu uns fanden, sich wenn es ihnen zusagte an der Lehre des Buddha ausrichten; ihrem Leben eine neue Richtung geben. Aus dieser Gemeinschaft, die durch die liebevolle Führung vom ehrenwerten Ashin Sopaka an Interesse und Kraft gewann und sich immer weiter und tiefer mit der Lehre des Buddha, dem Dhamma befasste entstand der Gedanke, der Wunsch, ein buddistisches Zentrum, ein Vihara in die Welt zu setzen. Gedacht, gewünscht, getan !

2005 gründeten wir im Restaurant "Mandalay" den KBC, den Kölner-Buddhismus-Center e.V., einen gemeinnützigen Verein. 2006 bis 2008 war ich dann nicht in Köln, weil ich in den Niederlanden arbeitete. In dieser Zeit leitete die liebe Sigrun die Sangha und gab ihr den jetzigen Namen "Theravada Sangha". Wofür ich ihr sehr dankbar bin. Anicca ! Die Dinge ändern sich ! Der KBC und die Sangha haben sich getrennt. Nun, wie in einer Famillie. Da setze ich gleich mal einen neuen Wunsch ins Leben, vielleicht finden sie (IHR) ja wieder zusammen ! ! ! Beide haben ihre erfahrungen gemacht und dieser Erfahrungsschatz wieder vereint, würde wohl etwas bewirken .

Ich war ab 2008 wieder in Köln und in der glücklichen Lage, sowohl im KBC als auch in der Sangha anwesend zu sein. Ich möchte hier wieder zurueck zum Anfang dieser Zeilen kommen. Alle Dinge, die ich mir damals ersonnen habe, sind Realitaet geworden. Ich hatte nie die Möglichkeit nach Südamerika, um Schamanen, nie die Möglichkeit nach Asien um Mönche, Meister, Heilige usw. zu besuchen. Sie sind alle zu mir nach Köln gekommen ! Meine Meinung dazu: "voll korrekt!" Bis hierher war ich unbewusst an einer bewusst werdenden Sache beteiligt - und naruerlich viele andere Menschen, Freunde, Dhammaschwestern und Dhammabrüder.

Mit ruhigem Gewissen, in der guten Zuversicht zu Wissen, dass der KBC unter der Leitung von Jolanta und Christian frohen Mutes in die Zukunft schreitet, war es mir eine Hilfe, alle Dinge in Köln hinter mir zu lassen und in den Flieger zu steigen und ein anderes Element meines Lebens zu aktivieren. Einen Teil meiner Wünsche, die ich vor so vielen Jahren ins Leben katapultierte, sind wie ihr sehen könnt, Realität geworden. Aber es ist da noch ein Teil, den ich noch nicht erwähnt habe ! Ich träumte, wünschte mir, durch die Welt zu reisen ohne etwas - nur ich und frohen Mutes. Dieser Teil ist jetzt Realität. Dazu musste ich aufstehen und losgehen. Schritt für Schritt in eine absolut neue Welt. IN EIN NEUES ERLEBEN Alle Menschen hier sind einfach nur happy, dass ich hier bin; wie ich. Was auffällt ist: Ich habe hier auch Westler getroffen und sie fragen mich immer, wie meine Pläne sind, wie mein Plan ist ! Auch Mönche, die wie ich aus dem Westen kommen, fragen mich: "Wie ist dein Plan?"

ICH HABE KEINEN PLAN ! ! !

LG. Dhammasara
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Bericht vom 7. November 2009:


Als nächstes sende ich Euch Bilder von der Reise zum und vom Flüchtlingslager Ich konnte und wollte keine Bilder der Menschen im Lager machen. Es ist einfach, um es gelinde auszudrücken, eine Zumutung, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben müssen. Ich war drei Tage dort. Das Ergebnis: Fieber und Durchfall ! Habe aber zum Glueck, hier in Mae Sot angekommen, gleich Medizin bekommen und jetzt geht es einigermassen.

Wo, wie kann ich anfangen ?

Die Reise mit einem Pritschenwagen. Die Bank, auf der ich mich niederlassen durfte bestand aus einem Brett mit einem Polster. Das Polster erwähne ich, weil es so aussah, als wenn das Brett gepolstert wäre. Nun, es sah nur so aus ! 6 Stunden Serpentienen durch Gebirge und Urwald - die Bilder und das Video sprechen für sich. Als wir im Lager angekommen sind, haben wir sofort das dort notdürftig errichtete Kloster aufgesucht und den Abt dort begrüßt. Pflichtprogramm !

Der Abt fragte mich nach meinem Namen und er erwartete natürlich einen Namen auf Pali. Ich sagte: "Ich heiße Bernhard." Sein Gesichtsausdruck: tausend Fragezeichen ! Dann sollte ich meinen kompletten Namen und mein Geburtsdatum aufschreiben. So hat der Abt meinen jetzigen Namen Dhammasara ermittelt ! ! !

Erwähnen muss ich noch, dass ich nur in das Lager konnte, da ich nun ein Mönch bin ! Das Lager wird an allen Zugängen von Soldaten mit Maschinengewehr im Anschlag bewacht und alle Ein- und Ausreisende werden kontrolliert. Mönche werden nicht kontrolliert. Obwohl es natürlich jedem aufgefallen ist, dass ich nicht gerade wie ein Burmese aussehe, haben sie es nicht gewagt, mich zu kontrollieren. So ist es mir nun möglich zu berichten was kein Westler sehen, erleben kann ! Es gibt wohl einige Ausnahmen, denn im Lager arbeiten eine Handvoll Westler, die aber nur durch dortige Hilfsorganisationen die Erlaubnis bekommen haben, dort zu arbeiten. Jetzt meine Schilderung !

Bettelarme Menschen, die nichts haben, die Hütten aus Bambus und Blättern erbaut. Die Ironie an der ganzen Sache ist: die Menschen dort dürfen den Bambus nicht im Urwald schlagen, tun es aber trotzdem. Sie haben nichts ! Geben aber alles ! Trinkwasser gibt es nicht. Die Abwässerung besteht aus einigen Rinnsalen. Das ganze Lager steht auf lehmigem Untergrund, d.h. wenn es regnet - und Regen ist dort, was wir unter einem Wolkenbruch kennen - steht das ganze Lager unter Wasser, besser gesagt es ist eine Kloake aus Matsch und Fäkalien.

Das Wasser, das dort getrunken wird, holen Mönche aus dem Urwald. Der Abt ist mit mir IN DER NACHT dorthin gegangen, um mir zu zeigen, wo sie das Wasser holen. Die Qualität des Wassers ist natürlich eine Katastrophe. Wie ich grade am eigenen Leibe erfahre; Durchfall und Fieber. Kinder und Alte, was machen sie wohl? Sie STERBEN ! ! ! Traurig aber wahr. Es gibt halt auch andere Realitäten als die, die wir kennen und gewohnt sind.

Es leben dort 6000 Menschen unter Bedingungen, die den UN-Konventionen wohl niemals standhalten würden. Jedes Gesundheitsamt in Deutschland würde aufgrund von Seuchengefahr sofort das Lager schließen. Das ist die Realität, die ich dort mit eigenen Augen gesehen habe.

Die bis hierher geschilderten Eindrücke haben mich sehr schockiert !

Was gibt es an Positivem zu berichten ???

Das Kloster, in dem ich gelebt habe, ist das kulturelle Zentrum in diesem Flüchtlingslager. Die Menschen, insbesondere die Kinder haben mich mit Fragen ausgesaugt ! Es war wirklich sehr anstrengend für mich, da mein Englisch eine Katastrophe ist. Jedoch war ein Verstehen durch Augenkontakt und einem offenen Herzen und den dazugehörigen Fetzen Englisch ausreichend, um sich wirklich auf einer tiefen Ebene austauschen zu können.

Die Möglichkeiten, die dem Abt und den Mönchen dort zur Verfügung stehen, sind natürlich sehr beschränkt. Kein Geld, keine Mittel ! Im Kloster bieten die Mönche vier Level der Bildung für die dort lebenden Kinder:

Level eins: Geschichte und Kultur
Level zwei: Mathematik
Level drei: Englisch-Grundkurs
Level vier: Englisch für Fortgeschrittene.

Es gibt ein Hindernis, ein Problem ! Welches ?

Keine Schreibhefte fuer die Kinder !
Keine Kugelschreiber fuer die Kinder !
Meine Idee Malbuecher fuer die Kinder.

Die Bitte des Abtes an mich: dass ich das bekannt mache und die Bitte um Schreibhefte und Kugelschreiber für die Kinder, die Zukunft Burmas ! ! !

Ich habe dem Abt gesagt, dass ich nichts Versprechen kann, und ich habe ihm auch gesagt, das ich glaube, wenn ich diese Zeilen an Euch nur an eure Ratio sende, wird nichts kommen. Aber ich sagte dem Abt auch, dass ich versuche, die Herzen meiner Dhammafreunde in Deutschland zu erreichen - in der Hoffnung auf etwas Hilfe.

Alles Liebe, viel Kraft und immer ein Licht im Herzen

Dhammasara

Wer helfen kann, bitte bei bernhard.barthel@googlemail.com melden
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Anm. d. Red.: Ihr könnt auch auf unser Spendenkonto - siehe "Spenden" - überweisen. Wir werden dafür sorgen, dass davon die notwendigen Dinge gekauft werden und den Kindern zugute kommen. HERZLICHEN DANK!


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Bericht vom 3. Dezember 2009:


Mein Tag im Wat Prayong

3:30 Aufstehen
4:00 Die Glocke
4:10 Chanten mit den Mönchen ( hier können auch Laien teilnehmen )
5:00 Eigene Praxis / ( Meditation mit der Nonne )
6:00 Almosengang der Moenche
7:15 Rückkehr vom Almosengang
7:30 Frühstück
8:00 - 9:00 Freizeit
9:00 - 10:00 Arbeitsmeditation
10:00 - 11:00 Freizeit / Eigene Praxis
11:00 Mittagessen
12:00 - 14:00 Freizeit
14:00 - 15:00 Meditation der Mönche
15:00 - 16:00 Meditation mit mir ( entweder in der Meditationshalle oder draußen am Wasser )
17:10 - 18:00 Chanten mit den Mönchen ( hier kommen auch immer viele Besucher und Einheimische zum Chanten )
18:00 - 19:00 Meditation mit der Nonne ( Brigitte )
19:00 - 20:00 Freizeit
20:00 - 21:00 Entweder Chanten oder Meditation mit den Mönchen
21:15 Schlafen

LG.
Bernhard

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Bericht vom 17. Dezember 2009:


DANKE ! Ashin Kesara hat die erste Spenden–Aktion ausgeführt und dokumentiert. Leider muss ich berichten, dass er wieder in das Camp zurück muss. Er hatte einige Zeit in Mae Sot leben können. Leider ist der Unterhalt für die Miete des Hauses, in dem Ashin Kesara mit anderen Flüchtlingen lebte, nicht mehr aufzubringen. Die Miete wurde von einem Meister bezahlt, der in Bangkok lebte und nun in den USA ist.

Anbei einige Bilder von mir, die ich mit einem Handy gemacht habe. Die Qualität ist leider nicht so gut, aber wenn ihr die Bilder durch zwei Klicks verkleinert werden sie schärfer. Die Bilder sind aus Khao Yai, einem National–Park, den ich vierzehn Tage lang besucht habe. Dort habe ich im Wat ( Kloster ) Sanghathan leben können. Und einige Fotos aus dem Tempel, in dem ich lebe.

(Anm. d. Red.: Die Fotos werden später gesondert eingestellt.)

Kamma ( Karma ) !

Kamma entsteht durch unsere Gedanken, dem was wir sagen und dem wie wir handeln. Sind die Gedanken mit dem was ich sage und meinen Handlungen ( Taten ) übereinstimmend, schaffen wir gutes Kamma ( Karma ) !

Denken, Sprechen, Handeln.

Da denkt jemand, ich könnte helfen, Jemand redet darüber wie er helfen könnte. Jemand fasst den Entschluss, zu helfen und tut es.

So wird gutes Kamma ( Karma ) bewirkt !

Die Bilder und das Video, das Ashin Kesara gefertigt hat, sagen mehr als meine Worte. Für die anstehenden Feiertage wünsche ich Euch eine besinnliche Zeit.

( Christian ich möchte dich bitten, hier im Anschluss das Metta–Sutta anzuhängen )

Euch allen für die Feiertage:

Alles Liebe, viel Kraft und immer ein Licht im Herzen

Dhammasara



metta sutta:



HERZENSGÜTE

Wem klargeworden, daß der Friede des Herzens
das Ziel seines Lebens ist,
der bemühe sich um folgende Gesinnung:
Er sei stark, aufrecht und gewissenhaft,
freundlich, sanft und ohne Stolz.
Genügsam sei er, leicht befriedigt,
nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
Die Sinne still, klar der Verstand,
nicht dreist, nicht gierig sei sein Verhalten.
Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
wofür ihn Verständige tadeln könnten.
Mögen alle Wesen glücklich sein
und Frieden finden!
Was es auch an lebenden Wesen gibt:
ob stark, oder schwach,
ob groß oder klein,
ob sichtbar oder unsichtbar,
fern oder nahe,
geboren oder einer Geburt zustrebend:
mögen sie alle glücklich sein!
Niemand betrüge oder verachte einen anderen.
Aus Ärger oder übelwollen
wünsche man keinem irgendwelches Unglück.
Wie eine Mutter mit ihrem Leben
ihr einziges Kind beschützt und behütet,
so möge man für alle Wesen und die ganze Welt
ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken,
ohne Haß, ohne Feindschaft, ohne Beschränkung
nach oben, nach unten und nach allen Seiten.
Im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen
entfalte man eifrig diese Gesinnung:
dies nennt man Weilen im Heiligen.
Wer sich nicht an Ansichten verliert,
Tugend und Einsicht gewinnt,
dem Sinnengenuß nicht verhaftet ist
für den gibt es keine Geburt mehr.
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Bericht vom 16. Januar 2010:


Hier habe ich einen Leitfaden von dem Retreat zusammengestellt, das ich vom 1 Jan. bis 9 Jan. mitgemacht habe. Das ganze ist als Leitfaden oder nur als Anregung zu verstehen.

LG.
(DOC)

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Bericht vom 16. März 2010 zum Thema "metta":


(DOC)

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