Ausführung in kurzen Fragen und Antworten
So habe ich gehört:Zu einer Zeit hielt sich der Erhabene bei Rajagaha auf, im Bambushain, am Hügel der Eichhörnchen; Da ging der Laienanhänger Visakha zur bhikkhuni Dhammadinna, begrüßte sie höflich und setzte sich mit respektierendem Abstand nieder. Als er so zur Seite saß, sprach der Laienanhänger Visakha zur bhikkhuni Dhammadinna folgendes:
„Ehrwürdigerr, man sagt Individualität, Seins-Verkörperung. Wie wird denn vom Erhabenen die individuelle Existenz erklärt?"
„Es ist, lieber Visakha, der fünffache Bündel/Summe des Ergreifens, sagt der Erhabene, nämlich:
Bündel der Ergreifung von Materie,
Bündel der Ergreifung von Gefühlen,
Bündel der Ergreifung von Wahrnehmung/Vorstellungen,
Bündel der Ergreifung von Agieren/Tätigen,
Bündel der Ergreifung von (Bewusstsein).
Diese fünf Ergreifungsbündel, lieber Visakha, erklärt der Erhabene als Individualität ”.
„Ausgezeichnet, Ehrwürdiger!”, erwiderte erfreut und befriedigt der Laienanhänger Visakha und stellte der bhikkhuni Dhammadinna nun eine weitere Frage:
„Ehrwürdiger, man spricht vom Ursprung der Individualität; der Ursprung der Seinsdarstellung.Was sagt denn nun, Ehrwürdiger, der Erhabene über die Ursache der Seins-Verkörperung?”
„Es ist das Verlangen, lieber Visakha, zur wiederholten Werdung führende, von Freude und Hingerissenheit begleitete, da und dort Befriedigung findende, nämlich:
Verlangen nach Sinnlichkeit /Sinnesvergnügen,
Verlangen nach Werdung/Leben(-kultivierung),
Verlangen nach Erfolgen/Ausleben/Verleben.
So, lieber Visakha, wird vom Erhabenen der Ursprung der Individualität erklärt”.
„Ehrwürdiger, man spricht von 'Aufhebung der Seins-Verkörperung, vom Aufhören der Individualität'. Was, Ehrwürdiger, sagt nun der Erhabene über das Aufheben der Seinsdarstellung?”
„Es ist, lieber Visakha, ebendieses Verlangens gänzliches Entreizen und Aufhören, darauf verzichten, es loslassen, sich freimachen, annullieren. Das wird vom Erhabenen als die Aufhebung der Seins-Verkörperung erklärt”.
„Und, Ehrwürdiger, man spricht vom 'Vorgehen, das zur Aufhebung der Seins-Verkörperung führt, vom Vorgehen, das zum Aufhören der Seinsdarstellung führt'. Was sagt denn nun, Ehrwürdiger, der Erhabene über die Vorgehensweise, die zur Aufhebung der Seins-Verkörperung führt?”
„Es ist dieser Edle Achtfache Pfad, lieber Visakha, von dem der Erhabene sagt, dass er zur Aufhebung des Seins-Verkörperung führt, nämlich:
korrekte Überzeugung, korrekte Gesinnung,
korrektes Reden, korrektes Handeln, korrekter Lebensunterhalt,
korrekte Bemühung, korrekte Vergegenwärtigung/Verinnerlichung, korrekte Selbst-Einung.”
Lieber Visakha, nicht ist das Ergreifen und die fünf Ergreifungsbündel ein und dasselbe, und doch gibt es kein Ergreifen getrennt von den fünf Ergreifungsbündel.
Lieber Visakha, (schon) die Erregung des Wunsches/Willensreiz bei den fünf Ergreifungsbündel wird hier eben das Ergreifen genannt.”
„Und woher kommt denn aber, Ehrwürdiger, diese Überzeugung von der Individualität?”
„Lieber Visakha, ein nicht vernehmender Weltling, der Edlen nicht beachtet und der Verfassung der Edlen unkundig ist, in der edlen Verfassung ungeschult ist, der die Rechtschaffenen nicht beachtet und der Verfassung der Rechtschaffenen unkundig ist und in der Verfassung der Rechtschaffenen ungeschult ist; der hält eben das Formhafte/Materielle für sich selbst, oder sich selbst für Materie/Form besitzend, oder das Materielle für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Formhaften/Materiellen enthalten;
hält das Empfinden für sich selbst wahr, oder sich selbst für das Empfinden besitzend, oder das Empfinden für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Empfinden enthalten;
hält das Wahrnehmen für sich selbst, oder sich selbst für das Wahrnehmen besitzend, oder das Wahrnehmen für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Wahrnehmen enthalten;
hält das Agieren für sich selbst, oder sich selbst für das Agieren besitzend, oder das Agieren für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Agieren enthalten;
hält das Erkennen/Erfassen für sich selbst, oder sich selbst für das Erkennen besitzend, oder das Erkennen für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Erkennen enthalten;
Daher, lieber Visakha, rührt diese Überzeugung von der Individualität.”
„Und wie dann, Ehrwürdiger, kommt es nicht zur Überzeugung von Individualität?”
„Lieber Visakha, ein vernehmender edler Folgerer, der die Edlen beachtet und der Verfassung der Edlen kundig ist, in der edlen Verfassung geschult ist, der die Rechtschaffenen beachtet und der Verfassung der Rechtschaffenen kundig ist und in der Verfassung der Rechtschaffenen geschult ist;
der hält nicht das Formhafte/Materielle für sich selbst, oder sich selbst für Materie besitzend, oder Materie für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für in der Materie enthalten;
hält nicht das Empfinden für sich selbst, oder sich selbst für das Empfinden besitzend, oder Empfinden für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Empfinden enthalten;
hält nicht das Wahrnehmen für sich selbst, oder sich selbst für Wahrnehmung besitzend, oder das Wahrnehmen für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Wahrnehmen enthalten;
hält nicht das Agieren für sich selbst, oder sich selbst für Agieren besitzend, oder Agieren für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Agieren enthalten;
hält nicht das Erkennen/Erfassen für sich selbst, oder sich selbst für das Erkennen besitzend, oder Erkennen für in (seinem) Selbst enthalten, oder sich selbst für im Erkennen enthalten. So, lieber Visakha, kommt nicht die Überzeugung von der Individualität.”
„Ehrwürdiger, und wie ist der Edler Achtfache Pfad?”
„Der Edle Achtfache Pfad, lieber Visakha, ist eben: korrekte Ansicht, korrekte Gesinnung, korrektes Reden, korrektes Handeln, korrekter Lebensunterhalt
und korrekte Bemühung, korrekte Vergegenwärtigung und korrektes Sich-Sammeln.”
„Ist aber, Ehrwürdiger, der Edle Achtfache Pfad errichtet oder nicht errichtet?”
„Der Edle Achtfache Pfad, lieber Visakha, ist errichtet.”
„Sind dann jene drei Gruppen geordnet nach dem Edlen Achtfachen Pfad, oder aber der Edle Achtfache Pfad ist nach jenen drei Gruppen geordnet?”
„Also, lieber Visakha, jene drei Gruppen sind nicht nach dem Edlen Achtfachen Pfad geordnet, sondern der Edle Achtfache Pfad ist in jenen drei Gruppen enthalten:
korrektes Reden, korrektes Handeln, korrekter Lebensunterhalt;
Diese "Konstituierseins" sind in der Gruppe des Gewissens/Morals enthalten;
Korrekte Bemühung, korrekte Vergegenwärtigung und korrekte geistige Sammlung;
diese Konstituenten sind in der Gruppe der geistigen Sammlung enthalten;
Und korrekte Überzeugung, korrekte Gesinnung; diese Konstituierseins sind in der Gruppe der Weisheit enthalten.”
"Und was jetzt genau, Ehrwürdiger, ist geistige Sammlun, was ist das Anzeichen von geistiger Sammlung, was ist die Vorbereitung für geistige Sammlung und was ist die Kultivierung/Entfaltung von geistiger Sammlung?”
„Lieber Visakha, die geistige Einkehr/Einung des Gemütes gilt als geistige Sammlung;
Das vierfache Etablieren der Vergegenwärtigung ist das Anzeichen von Sammlung;
Die vier korrekten Strategien sind Vorbereitungen für geistige Sammlung;
Und die wiederholte Ausübung, Entfaltung und Stärkung eben dieser Dinge, das ist die Kultivierung der geistigen Sammlung.”
„Ehrwürdiger, welche Arten des Agierens werden aufgezählt?”
„Lieber Visakha, das Agieren ist dreierlei: das Agieren des Körpers, das Agieren des Redens und das geistige Agieren.”
„Was also, Ehrwürdiger, ist das Agieren des Körpers? Was ist das Agieren des Redens? Und was ist das geistige Agieren?”
„Lieber Visakha, das Einatmen und Ausatmen ist das Agieren des Körpers,
Gedanken und diskursives Denken ist das Agieren des Redens.
Wahrnehmen/sich Vorstellen und Empfinden ist das Agieren des Geistes.”
„Wie aber, Ehrwürdiger, ist das Einatmen und Ausatmen ein Agieren des Körpers?
Wie Gedanken und diskursives Denken sind ein Agieren des Redens?
Wie das Wahrnehmen/Vorstellungen und das Empfinden sind ein Agieren des Geistes?”
„Das Einatmen und Ausatmen, Lieber Visakha, ist ein Konstituiersein des Körpers, ist eng an Körper gebunden, deshalb das Einatmen und Ausatmen ist das Agieren des Körpers;
Zuerst gefasster Gedanke, lieber Visakha, und dessen Weitersinnen führen folglich zum Sprechen, deshalb Gedanken und diskursives Denken ist das Agieren des Redens.
Und das Wahrnehmen/sich Vorstellen und das Empfinden sind das Konstituiersein des Geistes, sind eng an die Psyche gebunden, deshalb Wahrnehmen/Vorstellungen und Empfinden sind das geistige Agieren.”
„Ehrwürdiger, wie kommt es zur Erlangung der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung?”
"Lieber Visakha, das ist nicht so, als ob der Bhikkhu (Mönch), der die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung erreicht, denkt oder sagen könnte: 'Ich werde die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung erlangen', oder: 'ich erlange die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung', oder: 'ich habe die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung erreicht'; sondern sein Geist ist so kultiviert, dass er ihn in solchen Zustand versetzt.”
„Und wenn der Mönch, Ehrwürdiger, die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung erreicht, welche Zustände/Verfassungen hören da zuerst in ihm auf: das Agieren des Körpers, das Agieren des Redens oder das Agieren des Geistes?”
„Lieber Visakha, wenn der Mönch die Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung erreicht, hört da zuerst das Agieren des Redens auf, dann das Agieren des Körpers und dann das Agieren des Geistes.”
„Ehrwürdiger, wie kommt das Heraustreten aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung zustande?”
„Lieber Visakha, das ist nicht so, als ob der Bhikkhu, der aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung heraustritt, denken oder sagen könnte: 'Ich werde aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung heraustreten', oder: 'ich trete jetzt aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung heraus', oder: 'ich bin jetzt aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung herausgetreten'; sondern sein Geist ist so kultiviert, daß er ihn in solchen Zustand versetzt.”
„Ehrwürdiger, wenn der Bhikkhu aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung heraustritt, welche Zustände steigen da zuerst in ihm auf: das Agieren des Körpers, das Agieren des Redens oder das geistige Agieren?”
„Lieber Visakha, wenn der Bhikkhu aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung heraustritt, steigen da zuerst das geistige Agieren auf, dann das Agieren des Körpers, dann das Agieren des Redens.”
„Was für Eindrücke, Ehrwürdiger, kommen den Bhikkhu dann an, wenn er aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung herausgetreten ist ?”
„Lieber Visakha, drei Arten von Eindrücken kommen den Bhikkhu an, der aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung herausgetreten ist:
Eindruck der Leerheit, Eindruck der Objekt-/Merkmallosigkeit, Eindruck der Aspirationslosigkeit/Bezuglosigkeit.”
„Ehrwürdiger, wohin neigt sich der Geist des Bhikkhu, der aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung herausgetreten ist, wohin zieht es ihn?”
„Lieber Visakha, das Gemüt des Bhikkhu, der aus dem erreichten Zustand der Aufhebung von Wahrnehmbarkeit und Empfindung herausgetreten ist, neigt sich zur Distanzierung, es zieht ihn zur Zurückgezogenheit hin.”
„Ehrwürdiger, und welche Arten des Empfindens werden aufgezählt?”
„Es werden, Lieber Visakha, drei Arten vom Empfinden aufgezählt:
das behagliche Empfinden, das unbehagliche Empfinden und das weder unbehagliche noch behagliche Empfinden.”
„Wie erklärt man, Ehrwürdiger, das behagliche Empfinden, das unbehagliche Empfinden und das weder unbehagliche noch behagliche Empfinden?”
„Lieber Visakha, das was man körperlich oder geistig als behaglich bzw. angenehm empfindet, das ist eben das behagliche Empfinden.
Das was man körperlich oder geistig als leidig bzw. unangenehm empfindet, das ist eben das unbehagliche Empfinden.
Und das was man körperlich oder geistig als weder angenehm noch unangenehm, das ist eben das weder unbehagliche noch behagliche Empfinden.”
"Nun, von einem behaglichen Empfinden, Ehrwürdiger; was ist da behaglich und was leidig ?
Was ist von einem unbehaglichen Empfinden behaglich und was ist leidig ?
Und was ist von einem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden behaglich und was ist leidig ?”
„Von behaglichem Empfinden, Lieber Visakha, ist Bestehen behaglich und die Umänderung leidig.
Von unbehaglichem Empfinden ist Bestehen leidig und Umänderung behaglich.
Von einem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden ist Kenntnis behaglich und Unkenntnis leidig.”
„Ehrwürdiger, was für eine Tendenz haftet dem behaglichen Empfinden an?
Was für eine Tendenz haftet dem unbehaglichen Empfinden an?
Und welche Tendenz haftet dem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden an?”
„Lieber Visakha, dem behaglichen Empfinden haftet die Tendenz zur Ergötzung/Berauschung an, dem unbehaglichen Empfinden haftet die Tendenz zur Aversion an, und dem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden haftet die Tendenz zur Ignoranz an.”
„Und haftet die Tendenz zur Ergötzung, Ehrwürdiger, jedem behaglichen Empfinden an?
Haftet die Tendenz zur Aversion jedem unbehaglichen Empfinden an? Und haftet die Tendenz zur Ignoranz jedem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden an?”
„Nicht jedem behaglichen Empfinden, Lieber Visakha, haftet die Tendenz zur Ergötzung an,
nicht jedem unbehaglichen Empfinden haftet die Tendenz zur Aversion an und nicht jedem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden haftet die Tendenz zur Ignoranz an.”
„Was also, Ehrwürdiger, ist beim behaglichen Empfinden zu verwerfen? Was ist beim unbehaglichen Empfinden zu verwerfen? Und was ist beim weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden zu verwerfen?"
„Eben die Tendenz zur Ergötzung, Lieber Visakha, ist bei dem behaglichen Empfinden zu verwerfen. Die Tendenz zur Aversion ist bei dem unbehaglichen Empfinden zu verwerfen. Und die Tendenz zur Ignoranz ist bei dem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden zu verwerfen.”
„Ist dann, Ehrwürdiger, bei jedem behaglichen Empfinden die Tendenz zur Ergötzung zu verwerfen? Ist bei jedem unbehaglichen Empfinden die Tendenz zur Aversion zu verwerfen? Und ist bei jedem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden die Tendenz zur Ignoranz zu verwerfen?”
„Lieber Visakha, nicht bei jedem behaglichen Empfinden ist die Tendenz zur Ergötzung zu verwerfen. Nicht bei jedem unbehaglichen Empfinden ist die Tendenz zur Aversion zu verwerfen. Auch nicht bei jedem weder unbehaglichen noch behaglichen Empfinden ist die Tendenz zur Ignoranz zu verwerfen.
Lieber Visakha, ein Bhikkhu, völlig distanziert von Sinnlichkeit, distanziert von negativem Konstituiersein, bei korrekten Gedanken und korrektem Sinnen, kommt zu der aus der Distanzierung resultierenden Glückseligkeit und tritt somit in die erste Vertiefung ein und verweilt darin.
Aufgrund der Ergötzung wird er es los und da schlummert auch keine Tendenz zur Ergötzung.
Weiter, lieber Visakha, da erwägt ein Bhikkhu folgendermaßen: 'Wann werde ich nur jene Sphären betreten und darin verweilen, die die Edlen bereits betreten und darin verweilen'. Und indem er so in Sehnsucht der unvergleichbarer Erlösung gedenkt, steigt als das Resultat der Sehnsucht, eben Trübsal/Verdrossenheit auf. Aufgrund der Aversion wird er es los und da schlummert auch keine Tendenz zur Aversion.
Weiter, lieber Visakha, ein Bhikkhu, überwindend das Behagliche, überwindend das Unbehagliche, mit dem Loslassen des früheren Frohsinns und Trübsinns, betritt eben jenseits des Unbehaglichen und jenseits des Behaglichen, das höchst Reine der gleichmutigen Besonnenheit/Vergegenwärtigung des Gleichmuts, nämlich: die vierte Vertiefung und verweilt darin. Aufgrund des Ignorierens wird er es los und da schlummert auch keine Tendenz zur Ignoranz.”
„Ehrwürdiger, was ist die Gegenüberstellung von behaglichem Empfinden ?”
„Lieber Visakha, das unbehagliche Empfinden ist die Gegenüberstellung vom behaglichen Empfinden.”
„Und was, Ehrwürdiger, ist die Gegenüberstellung des unbehaglichen Empfindens ?”
„Lieber Visakha, das behagliche Empfinden ist die Gegenüberstellung des unbehaglichen Empfindens.”
„Und was ist dann, Ehrwürdiger, die Gegenüberstellung des weder unbehaglichen noch behaglichen Empfindens ?”
„Ignoranz/Blindheit, lieber Visakha, ist die Gegenüberstellung des weder unbehaglichen noch behaglichen Empfindens.”
„Und was ist, Ehrwürdiger, die Gegenüberstellung der Ignoranz ?”
„Die Gegenüberstellung von Ignoranz, lieber Visakha, ist Umsicht/Wissen.”
„Und was, Ehrwürdiger, ist die Gegenüberstellung von Umsicht/Bewusstheit ?”
„Die Gegenüberstellung von Umsicht, lieber Visakha, ist die Befreiung.”
„Und was, Ehrwürdiger, ist die Gegenüberstellung von Befreiung ?”
„Die Gegenüberstellung von Befreiung, lieber Visakha, ist Erlöschung.”
„Und was, Ehrwürdiger, ist die Gegenüberstellung von Erlöschung ?”
„Jetzt hast du aber, lieber Visakha, dieses Fragen zu weit getrieben. Du hast die Begrenztheit von Fragen nicht berücksichtigt. Denn das heilige Wandel, Lieber Visakha, führt eben zur Erlöschung, gipfelt in der Erlöschung und endet in der Erlöschung.
Wenn du es aber wünschst, lieber Visakha, gehe zum Erhabenen und befrage ihn zu den Themen. So wie der Erhabene es dir erklärt so mögest du es bewahren.”
Da war der Laienanhänger Visakha, durch die Rede der bhikkhuni Dhammadinna erfreut und befriedigt, erhob sich von seinem Sitze, grüßte die Nonne Dhammadinna ehrerbietig und ihr mit seiner rechten Seite zugewandt, ging er fort zum Erhabenen.
Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen und setzte sich zur Seite nieder.
Als er so zur Seite saß, erzählte der Laienanhänger Visakha dem Erhabenen die ganze Unterhaltung mit der bhikkhuni Dhammadinna.
Nach diesem Berichte wandte sich der Erhabene an den Laienanhänger Visakha also:
„Gelehrt ist die bhikkhuni Dhammadinna, Visakha, von großer Weisheit, Visakha, ist bhikkhuni Dhammadinna. Wenn du mich, Visakha, zu den Themen befragt hättest, so hätte ich dir genauso geantwortet, wie die bhikkhuni Dhammadinna dir geantwortet hat. So verhält es sich, und so solltest du es bewahren.”
So sprach der Erhabene.
Zufrieden und erfreut war der Laienanhänger Visakha über die Worte des Erhabenen.
Majjhima Nikya: 44 Cavedalla Sutta
bhagavat – der Erhabene, der Segensreiche
bhikkhuni – feminines Genus von bhikkhu – Bettelmönch.
gemäß der kanonischen Kommentare Dhammadinna soll früher seine Gattin gewesen sein)
satkkya – könnte von sat-kya Seins-Gebilde, Seinsdarstellung (wie bei F. Schäfer) hergeleitet sein oder aber auch von sa- kya Eigen-Gebilde, Individualität. Es wird meistens als "Persönlichkeit" wiedergegeben.
viññaya – Erkennen, Erfassen, sich bewußt werden, Registrieren, Realisieren
ich betone es als ein Prozess, denn Bewußtsein sugeriert etwas statisches/beständiges, wie eine Art Speicher, jedoch bei Buddha existiert es lediglich in der Relation der Sinne und Geistes mit ihren Obiekten.
Visakha scheint hier die Tiefe des Wissens seiner ehemaligen Frau zu erforschen.
raga – Reiz(ung), Erregung, Betörung, Ergötzung, Hingerissenheit, Berauschung, Begeisterung, Leidenschaft.
samm – (adj.) richtig, recht, korrekt, anständig, wie es sich gehört
dhamma - (skr. dharma) Sachlage, Sachverhalt, Konstituiersein, Beschaffenheit, Verfassung, Wirklichkeit
samadhi – sich-Sammeln, Selbst-Einung, Konzentration, Meditation
nämlich beim Körper, Gefühlen, Psyche und Verfassung (geistiger Beschaffenheit).
nämlich 1.Vermeidung der unaufgestiegenen negativen Verfassung, 2.Überwinden der bereits aufgestiegenen negativen Verfassung, 3.Entfaltung der unaufgestiegenen positiven Verfassung, 4.Erhaltung der bereits aufgestiegenen positiven Verfassung.
sakhira – Agieren, sich Regen/Betätigen, Errichten, Wirken, Erstellen, Kreieren
vitakka- Gedankenfassung, Aufgreifen eines Gedanken, Einfall; vic±ra- Nachgehen dem Gedanken;
vitakka wird verglichen u.a. mit dem Anfassen eines Topfes und vic±ra mit dem Auswischen desselben.)
paµigha – wtl. Zurückstoßen, Widerwille, Empörung, Entrüstung
avijja – Blindheit, Unumsicht
AnguttaraNikaya III 64 - Über drei erhabenen Erholungen
Einst gelangte der Erhabene auf seiner Wanderung im Lande Kosala zusammen mit einer großen Schar von Mönchen zu einem Brahmanendorfe der Kosaler, namens Venagapura.Es vernahmen nun die brahmanischen Hausväter von Venagapura die Kunde:
„Der Mönch Gautama, der Abkömmling der Sakyer, der aus dem Sakyageschlecht in die Hauslosigkeit zog, ist in Venagapura eingetroffen. Über diesen erhabenen Gautama aber hat sich solch wunderbarer Ruhmesruf verbreitet: `Dies wahrlich ist der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erleuchtete, der im Wissen und Wandel Bewährte, der Dahin-Gelangte1, der Kenner der Welten, der unvergleichliche Lenker führungstauglicher Menschen, ein Meister der Götter und Menschen, der Buddha, der Erhabene! Er erklärt die Welt mit ihren Himmelswesen, Dämonen und ihren Göttern, mit ihrer Vielfalt an Asketen und Priestern, Devas und (gewöhnlichen)Menschen, nachdem er es selber erkannt und durchschaut hat. Er verkündet ein Dharma[2], das am Anfang segnet, das in der Mitte segnet und das am Ende segnet; dem Sinne wie dem Wortlaut nach vollkommen verkündet er den ganz läuternden Brahmawandel3. Gut ist es, solche Heilige zu sehen.“
Und es begaben sich die brahmanischen Hausleute von Venagapura dorthin, wo der Erhabene weilte.
Dort angelangt, brachten manche dem Erhabenen ihre Verehrung dar und setzten sich zur Seite nieder. Manche begrüßten den Erhabenen und nach Austausch höflicher und zuvorkommender Worte setzten sich dann zur Seite nieder. Manche streckten ihre zusammengelegten Hände dem Erhabenen entgegen und setzten sich zur Seite nieder.
Manche setzten sich einfach still zu Seite nieder.
So in ehrwürdigem Abstand sitzend, sprach nun der Brahmane Vacchagotta aus Venagapura folgendes zum Erhabenen:
-„Wunderbar ist es, Herr Gautama, erstaunlich ist es, Herr Gautama, wie da des Herrn Gautama Züge so verklärt sind, seine Hautfarbe so rein und lauter ist! Gleichwie da, Herr Gautama, die herbstlich-gelbe Brustbeere rein und lauter ist, ebenso sind des Herrn Gautama Züge verklärt, ist seine Hautfarbe rein und lauter. Gleichwie da, Herr Gautama, die Palmyra-Nuß, frisch vom Stängel gepflückt, rein und lauter ist; oder gleichwie ein goldenes Geschmeide, von einem Goldschmied gut bearbeitet, gut in der Esse geschmiedet, dann auf eine rote Decke niedergelegt, glänzt und leuchtet, ebenso auch ist des Herrn Gautama Antlitz verklärt, ist seine Hautfarbe rein und lauter.
Erhält wohl Herr Gautama, was es da an erhabenen, vornehmen Erholungen gibt, wie etwa einen Lehnstuhl, ein Sofa, eine Ziegenhaardecke, eine bunte Decke, eine weißwollene gewebte Decke, eine mit Blüten wirkende Decke, eine Wollmatratze, eine Wolldecke mit tierischen Zutaten, eine an beiden Enden gefranste Wolldecke oder eine an einem Ende gefranste Wolldecke, eine mit Edelsteinen besetzte Seidendecke, ein seidenes Tuch, einen wollenen Teppich, eine mit Elefanten, Pferden oder Wagen bestickte Decke, ein Antilopenfell, eine Decke aus feinstem Antilopenfell mit einem Überzug, purpurne Kissen für beide Bettenden – erhält wohl Herr Gautama derartige erhabenen, vornehmen Erholungen, auf Wunsch, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit ?“
-„Also, was es da, Brahmane, an derart erhabenen, vornehmen Erholungen gibt, für einen in die Hauslosigkeit Gezogenen sind sie schwerlich zu erlangen, und selbst wenn man solche erlangen sollte, ist von ihnen abzusehen.
Aber drei gibt es nun doch, Brahmane, erhabene und vornehme Erholungen, die ich ganz nach Wunsch erlange, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.
Welche drei ?
Die erhabene, vornehme himmlische Erholung, die erhabene, vornehme Brahma-Erholung und die erhabene, vornehme Heilen-Erholung.
Solche drei erhabenen, vornehmen Erholungen erlange ich jetzt ganz nach Wunsch, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.“
-„Was aber, Herr Gautama, ist diese erhabene, vornehme himmlische Erholung, die der Herr Gautama jetzt ganz nach Wunsch erlangt, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.?“,
- „Bei welchem Dorfe oder bei welcher Stadt ich da verweile, zu eben jenem Dorfe oder jener Stadt gehe ich des Morgens, nachdem ich mich angekleidet habe, mit Gewand und Almosenschale versehen, um Almosenspeise. Am Nachmittag, nach Rückkehr vom Almosengang, begebe ich mich in den Wald. Und was sich dort gerade an Gräsern oder Laub vorfindet, das trage ich an einen Platz zusammen und setzte mich drauf nieder. Dann mit untergeschlagenen Beinen, des gerade aufgerichteten Körpers, die Vergegenwärtigung bei sich kultivierend, gewinne ich, ganz distanziert vom Sinnesvergnügen, distanziert von uneinträglichem Konstituierseins, die von richtigen Gedanken und richtigem Sinnen begleitete erste Meditations-Vertiefung, welche von Glückseeligkeit der Distanziertheit gekennzeichnet ist und verweile in ihr.
Dann mit dem Stilllegen der Gedanken und des Sinnens gewinne ich den inneren Frieden, die Einheit des Geistes (samadhi), die von Gedanken und vom Sinnen freie und von Glückseeligkeit der Selbst-Einung begleitete zweite Meditations-Vertiefung und verweile in ihr.
Dann mit dem Loslassen der Glückseeligkeit weile ich gleichmütig, achtsam, klar bewusst, und ein Glück empfinde ich in meinem Innern, von dem die Weisen künden: `Der, der den Gleichmut vergegenwärtigt, der weilt im Glück` und gewinne die dritte Meditations-Vertiefung und verweile in ihr.
Dann mit dem Schwinden von Wohl und Unwohl, mit dem Aufhören vom einstigen Frohsinn und Trübsinn gewinne ich, jenseits des Leidigen und jenseits des Freudigen, die äußerste Reinheit der gleichmutigen Vergegenwärtigung (upekhasatiparisuddhi), nämlich: die vierte Meditations-Vertiefung und verweile in ihr.
Wandle ich nun, Brahmane, in solcher Verfassung1 auf und ab, so gilt das zu dieser Zeit als mein himmlisches Wandeln. Stehe ich in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein himmelartiges Stehen, Sitze ich in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein himmlisches Sitzen. Und lege ich mich in solcher Verfassung zur Ruhe, so gilt das zu dieser Zeit als meine erhabene, vornehme himmlische Erholung. Und dies ist eben, Brahmane, jene erhabene, vornehme himmlische Erholung, die ich jetzt ganz nach Wunsch erlange, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.“
-„Wunderbar, Herr Gautama, ausgezeichnet, Herr Gautama! Welch wohl ein anderer außer Herrn Gautama könnte derart erhabene, vornehme himmlische Erholung ganz nach Wunsch erlangen, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit!
Herr Gautama, was aber ist nun jene erhabene, vornehme Brahma-Erholung, die der Herr Gautama ganz nach Wunsch erlangt, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit ?“
-„Bei welchem Dorfe oder bei welcher Stadt ich da verweile, zu eben jenem Dorfe oder jener Stadt gehe ich des Morgens, nachdem ich mich angekleidet habe, mit Gewand und Almosenschale versehen, um Almosenspeise. Am Nachmittage, vom Almosengange zurückgekehrt, begebe ich mich in den Wald. Was sich dort gerade an Gräsern oder Laub vorfindet, das trage ich an einen Platz zusammen und setze mich da nieder.
Mit untergeschlagenen Beinen, des gerade aufgerichteten Körpers, die Vergegenwärtigung bei sich kultivierend, durchdringe ich mit einem von Freundlichkeit/ liebender Güte (metta) erfüllten Geist die eine Himmelsrichtung, ebenso die zweite, die dritte und die vierte.
So durchdringe ich oben, unten quer inmitten, allerwärts, in allem mich selber wiedererkennend, die ganze Welt als ein von Freundlichkeit erfüllter Geist, der weite, umfassender, unermesslicher, von Haß und Übelwollen befreiter.
Weiter durchdringe ich mit einem von Mitgefühl/Mitleid (karuna) erfüllten Geist die eine Himmelsrichtung, ebenso die zweite, die dritte und die vierte.
So durchdringe ich oben, unten quer inmitten, allerwärts, in allem mich selber wiedererkennend, die ganze Welt als ein von Mitleid erfüllter Geist, der weite, umfassender, unermesslicher, von Haß und Übelwollen befreiter.
Weiter durchdringe ich mit einem von Mitfreude (mudita) erfüllten Geist die eine Himmelsrichtung, ebenso die zweite, die dritte und die vierte.
So durchdringe ich oben, unten quer inmitten, allerwärts, in allem mich selber wiedererkennend, die ganze Welt als ein von Mitfreude erfüllter Geist, der weite, umfassender, unermesslicher, von Haß und Übelwollen befreiter.
Weiter durchdringe ich mit einem von Gleichmut (upekkha) erfüllten Geist die eine Himmelsrichtung, ebenso die zweite, die dritte und die vierte.
So durchdringe ich oben, unten quer inmitten, allerwärts, in allem mich selber wiedererkennend, die ganze Welt als ein von Gleichmut erfüllter Geist, der weite, umfassender, unermesslicher, von Haß und Übelwollen befreiter.
Wandle ich nun, Brahmane, in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein Brahma- Wandeln. Stehe ich nun in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein brahmisches Stehen. Sitze ich nun in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein Brahma-Sitzen. Und lege ich mich nun in solcher Verfassung zur Ruhe, so gilt das zu dieser Zeit als meine erhabene, vornehme Brahma-Erholung. Und dies ist eben, Brahmane, jene erhabene, vornehme Brahma-Erholung, die ich jetzt ganz nach Wunsch erlange, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.“
-„Wunderbar, Herr Gautama, ausgezeichnet, Herr Gautama! Welch ein anderer außer Herrn Gautama könnte wohl derart erhabene, vornehme Brahma-Erholung ganz nach Wunsch erlangen, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit!
Was ist nun, Herr Gautama, jene erhabene, vornehme Heilen-Erholung, die der Herr Gautama jetzt ganz nach Wunsch erlangt, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit ?“
-„Bei welchem Dorfe oder bei welcher Stadt ich da verweile, zu eben jenem Dorfe oder jener Stadt gehe ich des Morgens, nachdem ich mich angekleidet habe, mit Gewand und Almosenschale versehen, um Almosenspeise. Am Nachmittag, vom Almosengange zurückgekehrt, begebe ich mich in den Wald. Was sich dort gerade an Gräsern oder Laub vorfindet, das trage ich an einen Platz zusammen und setze mich da nieder.
Mit untergeschlagenen Beinen, des gerade aufgerichteten Körpers, die Vergegenwärtigung bei sich kultivierend, weiß ich also: `Erloschen ist in mir die Leidenschaft1, erloschen die Gehässigkeit, erloschen die Mattheit/Stumpfheit, sind entwurzelt, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und keinem Neuentstehen mehr unterworfen`.
Wandle ich nun in solcher Verfassung auf und ab, so gilt das zu dieser Zeit als mein heiles Wandeln. Stehe ich nun in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein heiles Stehen. Sitze ich nun in solcher Verfassung, so gilt das zu dieser Zeit als mein heiles Sitzen.
Lege ich mich nun in solcher Verfassung zur Ruhe, so gilt das zu dieser Zeit als meine erhabene, vornehme heile Erholung. Und dies ist eben, Brahmane, jene erhabene, vornehme Heilen-Erholung, die ich jetzt ganz nach Wunsch erlange, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit.“
-„Wunderbar, Herr Gautama! Ausgezeichnet, Herr Gautama! Welch ein anderer außer Herrn Gautama selbst könnte wohl derart erhabene, vornehme Heilen-Erholung ganz nach Wunsch erlangen, ohne Mühe und ohne Schwierigkeit!
Vortrefflich, Herr Gautama! Vortrefflich, Herr Gautama!... Als Laiennachfolger möge uns der Herr Gautama betrachten, die von heute ab zeitlebens Zuflucht genommen haben.“
tathagata – wtl. So-Gegangene (?) tatha – So-heit, gata – Gegangene, Gelangte. Es wird meist als Vollendeter, Verwirklichter übersetzt. Möglichkeit wäre vielleicht noch der Transformierte oder eben der Dahingelangte wobei „dahin“ soll hier nicht auf ein Jenseits sondern einen Zustand weisen.
dhamma – Konstitution, Konstituiersein, Beschaffenheit, Konditionierung, Natur bzw. Stand (der Dinge);
Es wird meist als Wahrheit, Gesetz und mal als Lehre (?) oder Ding (?) übersetzt.
brahmacariya – höchster (reiner) Wandel, bezeichnet meist das reine, keusche Mönchsleben.
dhamma - siehe die Fußnote 2 der ersten Seite.
raga - Erregung, Ergötzung, Hingerissenheit, Betörung, Berauschung, Berauschtheit, Leidenschaft (wird meist mit Gier bzw. Begierde übersetzt)
ariya sacca - die Edle Wahrheit
Das ist hier, Bhikkhus, gemäß der edlen Wahrheit, das Unbehagen/Leidigkeit (dukkha):Geburt ist Unbehagen, Alter ist Unbehagen, Sterben ist Unbehagen, mit Unliebem vereint sein ist Unbehagen, von Liebem getrennt sein ist Unbehagen, nicht zu erlangen, was man sich wünscht, ist Unbehagen und kurz gesagt; die fünffache Summe des Anhaftens ist Unbehagen.
Das, Bhikkhus, ist, gemäß der edlen Wahrheit, die Ursache für das Unbehagen/Leidigkeit:
Es ist das Verlangen (tanha), das zur wiederholten Werdung führt, das von Hingerissenheit (raga) begleitet ist, mal da mal dort Befriedigung findend und zwar:
Verlangen nach Sinnlichkeit/Sinnesvergnügen (kama-tanha),
Verlangen nach Werden/Lebenskultivierung (bhava-tanha),
Verlangen nach Erfolgen/Gedeihen (vibhava-tanha).
Das, Bhikkhus, ist, gemäß der edlen Wahrheit, die Aufhebung der Leidigkeit/des Unbehagens:
Es ist ebendieses Verlangens gänzliches Entreizen und Aufhören, das Abtreten, Ablegen, Loslassen, Annullieren.
Und das, Bhikkhus, ist, gemäß der edlen Wahrheit, die Vorgehensweise zur Aufhebung der Leidigkeit:
Es ist jener Edle Achtfache Pfad, nämlich: korrekte Überzeugung, korrekte Gesinnung, korrektes Reden, korrektes Handeln, korrekter Lebenswandel, korrekte Anstrengung, korrekte Vergegenwärtigung und korrekte Selbst-Einung/Meditation.
dukkha – Unbehagen, Verdruss, Unbefriedigung, Unglück, Unwohl, Leid
panc'upadanakkhanda - das fünffache Bündel/Summe des Ergreifens/Anhaftens
Bündel des Haftens an Materiellem,
Bündel des Haftens an Empfindungen,
Bündel des Haftens an Wahrnehmung,
Bündel des Haftens am Agieren/Tätigen,
Bündel des Haftens am Erkennen/Erfassen.
raga – Erregung, Ergötzung, Hingerissenheit, Berauschtheit, Leidenschaft, wird meist als Gier bzw. Begierde übersetzt
Die sechs degradierenden Genüsse
1. Berauschende Getränke,2. Sich zur unrechten Zeit auf den Straßen herumtreiben,
3. von einer Veranstaltung zur nächsten ziehen,
4. Spielleidenschaft (Hasardsspiel),
5. Schlechte Freundschaft,
6. Müßiggang/Faulenzerei.
Gautama Buddha Digha-Nikaya 31; SingalakovadaSutta
Die sechs Konditionen für spirituellen Erfolg inmitten der Weltlichkeit
Der Vertrauende kommt zum Ziel, nicht ein Vertrauenslose;der von reinem Gewissen kommt zum Ziel, nicht der Gewissenloser;
der Eifrige/Fleißige kommt zum Ziel, nicht der Unfleißige;
der Besonnene kommt zum Ziel, nicht der Unbesonnene;
der In-sich-Einige kommt zum Ziel, nicht der Ungesammelte;
der Weise kommt zum Ziel, nicht der Unweise.
Gautama Buddha Anguttara-Nikaya 11; 14 Nandiya
Zur Erleuchtung
„Egal, was du tust oder erreichst -du kannst in einer Höhle oder an einem abgeschiedenen Ort leben,
und du magst alle Sutras auswendig gelernt haben;
du magst ein gelehrter Redner sein;
du magst auch gewissenhaft sein und so weiter und so fort
egal, was du sonst noch tun magst,
solange du Lust, Zorn und Stumpfsinnigkeit nicht losgeworden bist,
wirst du niemals Erleuchtung erlangen.“ Gautama Buddha
Gautama Buddha

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