Burma/Thailand
Ursprünglich sollten unsere Spenden nur für Afrika sein. Letztes Jahr wurde aber der Aufstand der Mönche in Burma niedergeschlagen, viele von ihnen wurden getötet, und dann kam auch noch die große Flutwelle dazu. Außerdem leidet das Land sehr unter dem Militärregime und den Folgen der Naturkatastrophe.
Im Januar 2008 traf ich mich mit Ashin in Thailand. Mit den Spenden unserer letzten Haarschneidetage sind wir nach Mae Sot gefahren. Mae Sot liegt an der thailändisch-burmesischen Grenze, wo viele burmesische Flüchtlinge leben, z.T. in Flüchtlingslagern. In Mae Sot wurden Ashin und ich von zwei befreundeten Mönchen erwartet, und wir verbrachten die nächsten Tage mit dem Verteilen der Spendengelder.
Wir haben drei Schulen besucht, die durch the best friend gegründet wurden. Es sind keine herkömmlichen Schulen, wie man sie normalerweise kennt, sondern Bambushütten in einem teilweise desolaten Zustand, in denen die Kinder ehrenamtlich unterrichtet werden. Wir haben Hefte, Stifte, Schultafeln mitgebracht, und die Schulen haben neue Bambusdächer bekommen.
Selten hat uns Einkaufen solch einen Spaß gemacht wie mit den Mönchen, mit denen wir von unseren Spendengeldern einkaufen gingen, um die Einkäufe direkt vor Ort verteilen zu können.
Am ersten Tag fuhren wir zu den Rubbish–People in ein burmesisches Dorf am Rande Mae Sots, dessen Bewohner auf der dortigen Müllkippe leben und arbeiten. Hier stehen die wackeligsten Hütten mitten auf dem Müll. Der Gestank ist fast unerträglich. Ohne frisches Wasser, allen Witterungen ausgesetzt, leben hier ganze Familien, werden Kinder geboren. Täglich entladen die Müllwagen ihren Müll auf der Kippe - sozusagen auf die Rubbish-People, denn die stehen unter der Rampe, wenn der Müllwagen entleert wird. Sie trennen den Plastikmüll und verkaufen für wenige Baht das wiederverwertbare Plastik. Auch Kinder helfen mit, barfuss inmitten Müll, Gestank und Dreck.
Mit unseren Spendengeldern konnten wir auch die Hütten der Rubbish-People mit Bambusdächern ausstatten lassen und Moskitonetze verteilen. So wurden mit unseren Spenden die Dächer eines ganzen Dorfes neu gedeckt. Na ja, neu ist nicht ganz richtig, denn vorher waren keine Dächer vorhanden. U Kheymar, einer der befreundeten Mönche Ashins, lebt in Mae Sot und im Flüchtlingslager und besucht das Dorf regelmäßig. Hier kommen neben unserer Patenschaft in Mozambique die Spenden hin: Zu den Schulen und zu den Rubbish-People.
Seit unserem Besuch im Januar sind noch mehr Familien hinzugekommen. Alle leben seit ihrer Flucht aus Burma illegal in Thailand, denn die Burmesen sind geflüchtet und besitzen keinen Pass.
So war unsere große Sorge, dass die Hütten wieder eingerissen werden, denn die Thai-Polizei kommt manchmal mit Hunden und vertreibt die Burmesen von der Müllkippe. Meist ist der Gestank aber zu groß, und das ist nicht zuletzt der Grund, weshalb solch eine Müllkippe auch einen gewissen Schutz bietet…